Einer dieser Tage in der Trotzphase

Heute war einer dieser Tage, an denen ich mich im hintersten Stübchen meiner Hirnwindungen frage, was ich besser machen kann. Einer dieser Tage, in denen das Maikäferle wieder einmal durchgehend so wütend war, dass ich sie mit nichts beruhigen oder ablenken konnte. Einer dieser Tage, an denen man nur alles falsch machen kann als Elternteil.

Sie ist 2 Jahre alt. Sie ist von Natur aus ein Dickkopf. Sie ist in der Trotzphase und zwar zu 200%.

Schon der falsche Becher am Frühstückstisch kann ihr die Laune verderben. Sie möchte alles alleine machen und dabei keinerlei Hilfe bekommen –  selbst wenn es nicht funktioniert. Eigentlich eine sehr bewundernswerte Eigenschaft – für mich als Mutter aber sehr anstrengend. Denn es gibt nun einmal Situationen, in denen ich sie nicht alleine machen lassen kann, in denen sie meine Hilfe braucht, auch wenn sie das ganz anders sieht.

Das sind die Situationen, in denen es für sie gefährlich werden kann. Wobei ich diesbezüglich keine sehr ängstliche Mutter bin. Ich lasse meine Kinder hoch klettern, wo auch immer sie hoch wollen und stehe nicht immer dabei, um sie aufzufangen, wenn ich es nicht als lebensbedrohlich enpfinde. Sie müssen auch an der Straße nicht zwangsweise an meiner Hand gehen. Darauf bestehe ich nur, wenn die Straße stark befahren ist und/oder wir diese überqueren müssen. Ich glaube nicht, dass meine Kinder einschätzen können, was sie sich zutrauen können und was nicht. Aber ich lasse sie – in einem gesteckten Rahmen – ihre Erfahrungen (und Blessuren) machen.

Der Hulk? Ein Anfänger gegen das Maikäferle!

Diese Trotzphase hatten wir bei der Rumpelwichtin kaum bis gar nicht. Ja, sie hat sich auch ein paar mal wütend auf den Boden geworfen. Aber das kann ich an einer Hand abzählen, wie oft das vorkam. Und schlußendlich hat sie doch meist das gemacht, was wir ihr vorgschlagen haben. Beim Maikäferle habe ich mit solchen Tricks keine Chance. Sie hat eine bestimmte Vorstellung, wie die Dinge zu laufen haben und wenn das nicht in ihr Bild was, was wir tun, dann weint sie, kreischt sie, brüllt sie, stampft mit den Füßen auf, wirft sich auf den Boden – und beruhigt sich nicht.

Dann werde ich irgendwann wütend, wenn sie keinen meiner Beschwichtigungsversuche oder Alternativen annehmen will- Mir ist bewusst, dass das genauso irrational ist, denn in ihrem 2jährigen-Trotzphasendasein kann sie nun mal nicht anders. Aber es erschöpft mich. Und ich werde wütend. Und traurig, dass ich wütend und leider auch oft genug laut werde ihr gegenüber.

Heute. Kein guter Tag. Wütend war sie. Fast durchgehend. Bis ich sie eben ins Bett brachte. Sie hat geschrien, geweint, gezetert. Weil sie selbst die Zahnbürste ausspülen wollte. Weil sie alleine die Treppen runter gehen wollte. Weil sie selbst in die S-Bahn einsteigen wollte. Weil sie die Schuhe selbst an/ausziehen wollte. Weil. Weil. Weil…

Solche Tage erschöpfen mich. Und ihre Schwester, denn die kann auch oft nichts richtig machen. Wobei sie in Maikäferles Gunst noch am höchsten steht. Dann komme ich. Papa hat derzeit überhaupt gar nichts zu melden. An solchen Tagen kann ich nur hoffen, dass es besser wird. Leichter. Bis dahin gehe ich früh schlafen und schicke allen LeidensgenossInnen mal ein paar schmunzelnde Durchhalteparolen! 😉

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