Nicht mit mir….

Scan Pforzheimer Zeitung - Fünjähriger büxt aus

Scan aus der Pforzheimer Zeitung

…hat sich wohl der Knirps aus dem Zeitungsartikel gedacht. Man kann sich doch nicht alles gefallen lassen.

Zettel Anschiedsbrief Ausreißer

Mamalis Abschiedbrief

Von einer, die auszog, weil sie keine Socken anziehen wollte

Als ich die kleine Notiz beim Frühstück las, musste ich schmunzeln und habe mich sofort wieder daran erinnert, dass dies auch bei uns passiert ist. Es ging dabei nicht um ein Frühstücksbrot, sondern um Socken. Mamali war in der Grundschule und hatte im Winterhalbjahr immer eine Rotznase, weshalb ich immer darauf bedacht war, dass sie sich nicht erkältet.
Sie lief wieder einmal ohne Socken durchs Haus und ich bat sie mehrmals, Strümpfe anzuziehen. Leider ohne Erfolg. Auch ihr Vater ermahnte sie, aber auch er hatte keinen Erfolg und so kam es, dass wir sie ärgerlich nach oben in ihr Zimmer schickten.
Einige Zeit später wurde ein Zettel unter der Wohnzimmertür durchgeschoben. Die Botschaft auf dem Zettel war eindeutig: Sie hat uns die Zugehörigkeit zur Familie gekündigt und ihren Nachnamen durchgestrichen. Sie kündigte an, nie wieder aus ihrem Zimmer zu uns herunter zu kommen. Wenigstens hatte sie nicht ihren Koffer gepackt und mit ihrem Auszug gedroht – denn das kam auch des Öfteren vor. Meist kam sie bei ihrem Auszug nicht weit, denn zwei Häuser weiter wohnte ihre Oma, die sie dann in Empfang nahm

Von kleinen Botschaften und Nettigkeiten

So. Da saßen wir nun und schauten blöd: sie hatte es uns so richtig gegeben. Ich denke sie war so richtig zufrieden mit sich.
Trotzdem kam sie Stunden später – mit Socken – wieder ins Wohnzimmer. Das Thema wurde mit keinem Wort mehr erwähnt. Vermutlich hatte sie sich doch irgendwann in ihrem Zimmer gelangweilt.
Zum Glück habe ich solche „Botschaften“ in einem Buch aufgehoben. Manchmal blättere ich darin und freue mich, denn nicht nur zornige, sondern auch viele liebe kleine Briefchen hat uns unsere Tochter hinterlassen. Das hat sie immer gerne getan: Kleine Botschaften oder selbst gemalte Bildchen hinterlassen und damit hat sie mir oft eine Freude gemacht. Daher mein Tipp an alle Mütter: Nichts wegwerfen! 🙂 Wer weiß, wann man solche Anekdoten wieder mal aus dem Hut zaubern kann.

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