Waschtag – ein Anachronismus

aeg-02bDas hört man heute kaum noch: Ich habe große Wäsche – oder- ich habe Waschtag. Das geht heute alles nebenher. Wobei ich nicht sagen will, dass die Wäsche für eine Familie zu erledigen, eine Kleinigkeit ist. Aber die Maschine wäscht alleine und dann kommt alles in den Trockner und wird anschließend zusammengelegt. Selten hat man was zu bügeln, vielleicht Blusen und Hemden.

Ich kann mich noch daran erinnern, als ich als kleines Mädchen die Dampfwolken aus der Waschküche aufsteigen sah, in der meine Oma noch Wäsche „kochte“. Diese musste dann noch im klaren Wasser gespült werden. Sie drehte dann die nassen Stücke durch eine Walze, damit sie nicht klatschnass aufgehängt werden mussten.

Später hatte meine Mutter dann eine „Waschmaschine“, die war oben offen und hatte auch diese Walzen, aber das Anheizen des Kessels entfiel. Es kam dann irgendwann eine Schleuder dazu, die bei hoher Umdrehungszahl durch die Waschküche hüpfte. Bei trockenem Wetter wurde die Wäsche im Garten aufgehängt, bei Nässe oder im Winter auf dem Dachboden. Das Bügeln (damals wurde noch alles gebügelt, auch die Taschentücher, diese Dinger aus Stoff) der Kleinteile übernahm dann die Uroma, die großen Stücke die Mutter. Es wurde dafür auf dem Esstisch eine Wolldecke ausgebreitet und darüber ein Leinentuch.
Zuvor wurden die Stücke noch mit etwas Wasser besprengt, damit sie glatt wurden. An Dampfbügeleisen war noch nicht zu denken. Aber ich bin immer gerne bei meiner Uroma gesessen und habe gemalt, wenn sie gebügelt hat. Sie hat mir dann immer Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt und die war ganz anders als meine. Aber darüber werde ich ein anderes Mal berichten.

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