Zum Thema volle Windel zum falschen Zeitpunkt…

Zum Thema volle Windel zum falschen Zeitpunkt…

…kann ich auch etwas beitragen. Nämlich eine Geschichte, die nicht ganz ungefährlich war. Nicht wegen der vollen Windel, aber wegen der Begleitumstände. Aber der Reihe nach:

Es war im Jahre 1979 an Pfingsten. Das Wetter war schon sommerlich und warm. Wir fuhren mit meiner Schwester und ihrem Freund zur Verwandtschaft nach Eisenach in Thüringen. Meine Oma väterlicherseits stammte von dort.

Bekanntlich existierte damals noch die DDR und an solchen Feiertagen musste man an der Grenze besonders lange warten. Denn die Kontrollen waren gründlich und man ließ den „Klassenfeind“ auch gerne mal spüren, wer das Sagen hat. Wir standen also in einer übersichtlichen Schlange von Autos. Übersichtlich deshalb, weil wir auf einer Anhöhe standen und die Schlange bis ins Tal sehen konnten und auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf. Es dauerte also. Es war heiß im Auto, aussteigen war strengstens verboten. Überall standen Schilder, die darauf hinwiesen.

Wir hatten natürlich auch unseren kleinen Sohn dabei, damals gerade zwei Jahre alt. Er war sehr brav und hat sich mit seinen Bilderbüchern beschäftigt. Aber die Zeit verging sehr zäh. Auf einmal fing es an zu müffeln. Wir schauten uns gegenseitig an und kamen zu dem Schluss, dass der Kleine die Windel gefüllt hatte. Es dauerte und dauerte und wurde immer heißer im Auto. Der Gestank wurde langsam unerträglich.

Es wurde mir dann einfach zu viel und ich stieg aus. Ich machte die hintere Tür auf legte den kleinen Stinker auf den Rücksitz und wollte gerade die Bombe weglegen, als ein Vopo mit vorgehaltener Maschinenpistole neben mir auftauchte. „Aussteigen verboten“ bellte er. Ich nahm die volle Windel, hielt sie ihm entgegen und frage: „Wollen Sie mal riechen?“ Er drehte sich um und zog ab. Ich machte meinen kleinen Helden wieder frisch und er hielt daraufhin noch eine volle Stunde bei bester Laune in dem stickigen Auto aus, bis wir die Grenze passiert hatten.

Wenn die Not am größten ist, nimmt es eine tapfere Mutter auch mit schwer Bewaffneten auf.

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